Ich bin Student und 26 Jahre alt und lebe in Wien, stamme aber aus Tirol. Seit ich mich erinnern kann war ich ein eher schüchterner Mensch und es war mir schon im Gymnasium unangenehm im Mittelpunkt zu stehen oder ein Referat zu halten. Trotzdem kam ich ganz gut durch, musste jedoch manchmal eine Ausrede erfinden, wenn ich dran kam.

Es fiel mir auch schwer andere um etwas zu ersuchen, z.B. das jemand mir etwas gibt oder jemand mit etwas aufhören soll, das mich stört. Da bin ich lieber aus dem Raum gegangen.

Wenn andere, besonders schlimm war es beim anderen Geschlecht, mich mehr als üblich angesehen haben, habe ich gespürt wie mein Körper reagiert hat. Mein Herz schlug deutlich schneller, die Hände wurden sehr feucht, darum wollte ich auch niemanden mehr die Hand schütteln, und oft bin ich rot geworden, das war mir besonders peinlich. Manchmal haben auch meine Hände gezittert, was auch andere bemerkten.

Mein Bruder ist Arzt und hat mir einmal ein Medikament gegeben, damit mein Herz im Stress nicht so rasch schlagen kann, das sollte ich vor Referaten an der Uni nehmen. Das wollte ich aber auf Dauer nicht und ich habe im Internet nachgesehen und bin dann so auf das Biofeedback und Mag. Redtenbacher gekommen.

Biofeedback hat mich interessiert, weil ich gelesen habe, dass man lernen kann die körperlichen Reaktionen zu steuern und zu kontrollieren.

Nach einem Telefongespräch wurde ein Termin für den Psychotest vereinbart, der bestätigt hat, dass ich eine „Soziale Phobie“ habe.

Danach hat das Training begonnen, am Anfang bin ich 1 x pro Woche gekommen, meine Eltern haben einen Teil der Kosten übernommen.

Das Biofeedback war sehr interessant und am Anfang hat mich am meisten erstaunt, dass die körperlichen Reaktionen auf Stress normal sind und auch bald wieder zurückgehen, wenn man das richtige tut.

Ich habe dann mit Atem- und „Hautleitwerttraining“ geübt und gelernt mich richtig zu entspannen. Danach sollte ich mich auch entspannen wenn ich in Situationen war die für mich Stress bedeuten oder unangenehm waren.

Manchmal gab es auch Stunden in denen wir kein Biofeedback gemacht haben, sonder fast nur gesprochen haben (Welche Gedanken habe ich, Was denke ich, was die anderen über mich denken, u.s.w.). Das hat mir auch viel gebracht.

Insgesamt bin ich circa ein dreiviertel Jahr zum Training gekommen, in den letzten Monaten jedoch meistens nur ein Mal im Monat. Vor kurzem habe ich ein wichtiges Referat auf der Uni gehalten, und es ist nach meinem Gefühl recht gut gegangen. Am Anfang war ich etwas angespannt, habe aber die Atemtechniken eingesetzt und mich so beruhigt. Am deutlichsten habe ich die Verbesserung gemerkt, wenn ich etwas verlange, z.B. beim Bestellen oder wenn ich etwas brauche, auf der Uni oder sonst wo.