Am 22. Jänner  war es soweit. Ich hatte meinen ersten Biofeedback-Termin.

Kurz zu meiner Vorgeschichte: Ich bin 33 Jahre alt und leide seit meinem 20. Lebensjahr unter Migräne, die in den Anfangsjahren alle vierzehn Tage, mit einer Dauer von 2 Tagen auftrat und dann im Laufe der Jahre sich immer mehr verschlimmerte. Meine Triggerfaktoren waren Stress, Zigarettenrauch, Wetterumschwünge und auch Unregelmäßigkeiten in meiner Lebensführung (z.B. Schlafdauer, Mahlzeitenrhythmus, etc.), auf die ich aber erst im Laufe des Biofeedbacks draufgekommen bin.

In den letzten Jahren war es in stressigen Zeiten so, dass ich jede Woche immer 3 – 4 Tage lang Migräne hatte. Dadurch, dass ich schon einiges dagegen ausprobiert hatte (Bioresonanztherapie, Akupunktur, Massagen, Nahrungsergänzungsmittel, Homöopathie etc.) und nichts wirklich eine Linderung bzw. Verbesserung auf die Dauer bei mir herbeiführte (die Homöopathie nehme ich unterstützend zum Biofeedback), stieß ich im Internet auf das Biofeedback, das 1. Verfahren, welches durch wissenschaftliche Studien eine Wirksamkeit bei Migräne versprach.

Die letzten paar Monate, bevor ich zum Biofeedback kam, war nicht nur meine körperliche (musste ständig Migräne-Medikamente nehmen), sondern auch die psychische Verfassung stark beeinträchtigt, da durch die ständig wiederkehrenden, wöchentlichen, meist am Wochenende auftretenden Kopfschmerzen, meine Lebensqualität sehr beeinträchtigt war. Gerade dieser Wochenend-Schmerz (meistens von Freitag bis Sonntag) machte für mich eine Freizeitplanung fast unmöglich, weil ich immer wieder durch die Migräne außer Gefecht gesetzt wurde und ich schon ein schlechtes Gewissen bei Verwandten und Freunden hatte, wenn ich wieder einmal eine Einladung absagen musste.

Da ich von Haus aus ein skeptischer Mensch bin und ich ja schon so vieles gegen die Migräne ausprobiert habe, war ich gespannt, wie das Ganze beim Biofeedback vor sich ging.

Ich erlernte das Handerwärmungstraining, welches ich in 10 Stunden (bis 15. Mai) beherrschen sollte. Die erste Stunde war für mich insofern anstrengend, weil ich mich so arg bemühte, meine Hände erwärmen zu wollen, was jedoch durch Druck nicht funktionierte. Jedoch bekam ich so eine gute Unterstützung und Tipps, dass ich mir nach einigen Stunden mit Auf und Abs schon recht leicht tat. Natürlich hab ich auch regelmäßig daheim meine mir aufgetragenen Übungen gemacht, ohne die geht’s nicht. Nur was war das für ein schönes Gefühl, endlich einmal aktiv etwas für sein Wohlbefinden tun zu können, nicht hilflos ausgeliefert zu sein und auch seinen eigenen Körper positiv beeinflussen zu können.

Es gab nach relativ kurzer Zeit (2 – 3 Biofeedback-Sitzungen) schon eine Verbesserung der Migräne. Vor allem die Abstände wurden größer, aber auch die Intensität fing an sich zu verändern. Nach ungefähr der Hälfte der Sitzungen hatte ich wieder mal eine schlechtere Phase, wo ich öfters Schmerzen hatte, jedoch änderte sich das dann auch wieder und die Abstände wurden wieder länger. Man hielt die Schmerzen leichter aus bzw. ging ich auch gelassener mit meiner Migräne um.

Die letzten paar Sitzungen konzentrierte ich mich noch zusätzlich auf meine Muskelspannung, speziell in meiner Nackenmuskulatur, die bei mir besonders angespannt war („Berufsleiden“ durch Tätigkeit am PC), was gar nicht notwendig war. Und somit hatte ich wieder eine Möglichkeit für meine Entspannung etwas zu tun, was erheblich zu meinem Allgemeinbefinden und der Migränehäufigkeit beitrug (meine Nackenverspannungen sind dadurch und Unterstützung durch Übungen daheim mit dem Terraband besser geworden).

Die Migräne ist zwar bis jetzt nicht verschwunden, aber Anfälle so alle 2 Wochen sind für mich gut zu meistern. Ich habe zusätzlich einiges in meinem Leben versucht umzustellen. Versuche Stress zu vermeiden, regelmäßig zu essen bzw. habe ich mir einen gleichmäßigeren Schlafrhythmus angewöhnt. Das heißt ich schlafe am Wochenende nicht mehr Stunden als unter der Woche (ca. 8 Stunden). Wenn ich auf diese Dinge achte, geht es mir gut.

Ich merke nämlich schon, dass, wenn es stressigere Zeiten gibt bzw. das Wetter wieder mal verrückt spielt (in kurzer Zeit von Kalt auf Warm – so etwas kann man halt nicht beeinflussen) bzw. ich nicht genug Schlaf bekomme, dass ich anfälliger für Migräne bin. Aber dadurch, dass ich weiß wie es wieder anders wird, bin ich auch in diesen Zeiten gelassener und gut drauf.

Ich habe meine mir vorgenommenen Ziele erreicht: Meine Anfallshäufigkeit hat sich reduziert (sicherlich um die Hälfte), die Dauer der Anfälle ist kürzer (von teilweise 4 Tagen auf max. 2 – 3 Tage), die Schmerzintensität hat sich verringert und nicht die Migräne sondern ich habe mein Leben wieder im Griff!