PsychologInnen haben das Psychologiestudium erfolgreich absolviert und tragen den akademischen Titel Mag. und eventuell Dr. Es dauert mindestens 10 Semester, also 5 Jahre, und beinhaltet eine große Anzahl von Vorlesungen und Übungen zu den vielfältigen Bereichen der Psychologie. Man kann einen persönlichen Schwerpunkt setzten, z.B. in Wirtschaftspsychologie (Personal- und Organisationsentwicklung, Werbung), Sozialpsychologie (Erforschung der Interaktion zwischen den Menschen), Schul- und Lernpsychologie, Sportpsychologie, etc. Auch ein 6-wöchiges Praktikum ist im Studium inkludiert.

Da im Studium darüber hinaus eher wenige praktische Kompetenzen vermittelt werden und man sich nicht zwingend mit psychischer Krankheit oder Gesundheit im allgemeinen beschäftigen muss, ist es AbsolventInnen des Studiums nicht erlaubt, selbständig kranke Menschen zu untersuchen oder zu behandeln. Das ist im Psychologengesetz so geregelt.

Klinische PsychologInnen und GesundheitspsychologInnen mussten zu meiner Zeit zuerst das Studium abschließen und danach noch eine Zusatzausbildung absolvieren. Diese umfasst mindestens 160 Stunden Theorie, 1480 Stunden Praxis, ca. 1 Jahr Vollzeit, in einem Spital oder einer anderen Gesundheitseinrichtung, sowie 120 Stunden Supervision. Die Ausbildung muss von den PsychologInnen selbst bezahlt werden. Danach wird man in die Liste beim Ministerium für Gesundheit eingetragen und ist zur selbständigen Untersuchung und Behandlung berechtigt. Das neue Psychologengesetz (2013) ist noch strenger bei den Anforderungen.

MedizinerInnen haben das Medizinstudium absolviert, sie lernen alles über den menschlichen Körper und Krankheiten. Wenn sie nicht ÄrztInnen werden wollen, können sie in der Forschung oder im Pharmabereich arbeiten.

Um Arzt/Ärztin zu werden, muss man nach dem Studium den 3-jährigen Turnus absolvieren. Diese Tätigkeit ist in der Regel bezahlt und findet in Spitälern oder Lehrpraxen statt, oft gibt es aber auch lange Wartezeiten. ÄrztInnen untersuchen und behandeln kranke Menschen mit Medikamenten und Apparaten sowie anderen Methoden. Das Ärztegesetz regelt alle Einzelheiten. Von der Österreichischen Ärztekammer gibt es noch die so genannten Psy-Diplome mit denen ÄrztInnen Zusatzkompetenzen im Psychobereich erwerben können.

Um Facharzt zu werden, wie Psychiater oder Neurologe, muss man eine entsprechende 6–jährige Facharztausbildung absolvieren.

PsychotherapeutInnen können unterschiedliche Grundberufe haben, zumeist sind es jedoch PsychologInnen oder ÄrztInnen oder andere Berufe aus dem Gesundheits- oder Sozialwesen. Es gibt jedoch auch PsychotherapeutInnen, die JuristInne, LehrerInnen oder TheologInnen sind. Die Psychotherapieausbildung dauert in Regel mehrere Jahre und umfasst Theorie, Selbsterfahrung und Praxis und ist selbst zu finanzieren (Kosten oft € 40.000,– oder mehr). Es gibt in Österreich bestimmte anerkannte Therapierichtungen (z.B. Verhaltenstherapie, Psychoanalyse, Klientenzentrierte Gesprächstherapie, etc.), die erlernt werden können und nach deren Regeln später dann behandelt wird. Nach erfolgreicher Ausbildung wir man gemäß Psychotherapiegesetz ebenfalls in eine Liste beim BM für Gesundheit eingetragen.

Darüber hinaus gibt es noch ein Reihe von Bezeichnungen mit „Psycho…“ , oder „…therapeut“, die oft einer Zusatzqualifikation entsprechen, aber manchmal auch frei erfunden sind und keine Qualitätsmerkmal darstellen . Gelegentlich wird unter dem Deckmäntelchen von „Beratung“, „Hilfe“ oder „Training“ eigentlich Behandlung angeboten und durchgeführt, was, streng genommen, der Kurpfuscherei entspricht. Eine gewisse gesunde Skepsis ist daher manchmal angebracht.

Nur Klinische PsychologInnen, GesundheitspsychologInnen, PsychotherapeutInnen und ÄrztInnen sind berechtigt, eigenverantwortlich zu untersuchen und zu behandeln.